Verfasst von Andreas.
Aussaattechnik seit 2015
Zur Etablierung gleichmäßiger und kräftiger Bestände ist eine geeignete Aussaattechnik ein entscheidender Baustein im Maschinenpark eines jeden landwirtschaftlichen Unternehmens. Eine Vielfalt an Technologien und Geräten ist derzeit am Markt verfügbar. Entscheidend für die Wahl der jeweiligen Technik sind Einsatzrichtung, Flexibilität, Bedienfreundlichkeit, Verarbeitung sowie der Service. Entscheidendes Merkmal ist, dass auch unter ungünstigen Bedingungen die Schlagkraft dieser Schlüsselmaschine erhalten bleibt.
Im Juli 2015 wurde unserem Unternehmen die Möglichkeit geboten, die brandneue pneumatische Drillmaschine vom Typ "Kuhn ESPRO 6000" zur Herbstausaat einzusetzen.
Bereits zur Zwischenfruchtaussaat konnten wir erste Erfahrungen mit diesem Gerät sammeln. Für die bei uns vorherrschenden Einsatzbedingungen bot die ESPRO viele Vorteile, die beim praktischen Einsatz zu Tragen kommen sollten. Die kompakte Bauweise in Verbindung mit der Anordnung der Vorwerkzeuge (zwei Scheibenreihen), den Reifenpackern und der Säschiene konnte überzeugen. Es erwies sich als günstig, dieses Gerät zur Zwischenfruchtaussaat vorab ausgiebig testen zu können. Es wurden in diesem Zusammenhang noch einige Anpassungen am Gerät vorgenommen um die Rapsaussaat problemlos bewerkstelligen zu können. Dies erfolgte mit Technikern der Firma Rauch und Kuhn. Die Aussaat der Zwischenfrüchte erfolgte zum Teil in die unbearbeitete Gersten- und Weizenstoppel mit Strohauflage und auf Weizenfläche mit Strohauflage und vorherigem Grubbereinsatz. Die Aussaatbedingungen waren von einer für uns ungewöhnlichen Trockenperiode geprägt. In beiden Varianten gelang es, trotz trockenen Bedingungen, relativ gut entwickelte Zwischenfruchtbestände etablieren zu können.
Die ESPRO 6000R kam schließlich auch zur Raps- und Wintergetreidaussaat zum Einsatz.
Vorab wurden Spurbreite, Spurweite sowie Halbseitenabschaltung noch angepasst. Maschineneinstellung und Abdrehvorgang erwiesen sich als einfach und schnell umsetzbar. Die Vorgewendesteuerung in Verbindung mit dem Bedienjoystick vereinfachen die Wendemanöver durch sequentielles Ausheben und Einsetzen der Arbeitswerkzeuge und bieten einen hohen Bedienkomfort für den Fahrer. Vor dem Hintergrund, dass der Fahrer eine komplett andere Drillmaschine zu bedienen hatte, kam es zu keinen Komplikationen bei der praktischen Anwendung. Das Bedienkonzept basiert zu großen Teilen auf dem ISOBUS Standard und ist meist selbsterklärend. Allerdings wurden die Techniker darauf hingeweisen, dass noch Anpassungen in der Software notwendig sind, um die Arbeit mit der Maschine noch zu verbessern.
Auch unter ungünstigen Bedingungen überzeugte die ESPRO 6000R mit guten Ergebnissen. In verschiedenen Szenarien wurde die erweiterte Praxistauglichkeit der Drillmaschine ausgiebig getestet. Einmalige Stoppelbearbeitung mit darauf folgender Aussaat brachte beispielsweise gute Ergebnisse bei der Etablierung von Raps- und Winterweizenbeständen. Die gleichmäßige Tiefenablage des Saatgutes konnte überzeugen und stellt für uns als Anwedner ein entscheidendes Kriterium dar. Hervorzuheben sind unter anderem die hervorragende Beschaffenheit des Saathorizontes sowie die Leichtzügigkeit des Gerätes.
Alles in Allem betrachtet bietet die ESPRO 6000R fast alles was man heutzutage von einer modernen pneumatischen Drillmaschine erwarten kann. Im Praxiseinsatz konnte sie sich bewähren und stellt einen Fortschritt und Verbesserung zu unserer bisher eingesetzten Aussaattechnik dar. Abschließend noch einige Bilder der Bestände, welche mit der Kuhn ESPRO 6000R ausgesät worden sind.



Aussaattechnik von 2006 bis 2015
In unserem Unternehmen fand seit dem Jahr 2006 eine pneumatische Drillmaschine der Firma Lemken Anwendung. Die Doppelscheibenschar Drilltechnik Lemken "Solitair 9 KA" in Verbindung mit gekoppeltem Bodenbarbeitungsgerät "Heliodor" war zum damaligen Zeitpunkt eine optimal auf unsere Bedingungen abgestimmte Aussaattechnik. Eine Vielzahl an Einsatzbereichen bzw. Bestellvarianten können mit diesem Gerät abgedeckt werden. Grenzen sind jedoch bei der direkten Einsaat (z.B. Zwischenfrüchte) in Getreidestoppel gesetzt. Hier ist zur Etablierung gleichmäßiger Bestände eine vorherige Bodenbearbeitung zu empfehlen.
Die Aussaatmengen sind von 1,5 bis 300 kg/ha über die 6 Zellräder und je vier Teilbreiten variabel einstellbar. Die Überwachungsfunktion und Steuerung der elektrisch angetriebenen Säwelle übernimmt die Solitronic- Steuerrechner der im Schlepper montiert ist. Die Beschickung das Saatguttanks mit BigBags erfolgt mittels Teleskoplader.
Anbei ein Video welches die Aussaat der Wintergerste im Jahr 2013 zeigt. (Herzlichen Dank an Mr. Leubsy)
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Verfasst von Andreas.
Bodenbearbeitungstechnik
Der dreibalkige Grubber vom Typ "Lemken Karat 9" dient der intensiveren sowie auch flachen Bodenbearbeitungsgänge im Unternehmen. Hierbei profitieren wir vom praktischen Schnellwechselsystem der Grubberschare (werkzeugloser Wechsel). Je ein kompletter Satz Schmalschare (21) sowie Flügelschare ermöglichen flexible Einsatzmöglichkeiten. Die Arbeitsbreite des Gerätes beträgt 6,0 m und wird in der aufgesattelten Variante gefahren. Zusätzlich verfügt der Grubber über hydraulische Tiefenverstellung und Traktionsverstärkung. Die nachlaufende Gummiwalze sorgt für eine optimale Rückverfestigung. Als Zugmaschinen werden vorrangig Schlepper in der Klasse von 250-300 PS eingesetzt.
Als weiteres Bodenbearbeitungsgerät kommt im Unternehmen eine Kurzscheibenegge vom "Typ Lemken Rubin 9" zum Einsatz. Auch unter schwierigen Bedingungen ermöglicht Sie intensive und gleichmäßige Vermischung von Boden und organischer Masse bis zu einer Arbeitstiefe von 12 cm. Ganzflächige Stoppel- sowie Bodenbarbeitung in Verbindung mit hohen Arbeitsgeschwindigkeiten ermöglichen gute Hektarleistungen. Die Arbeitsbreite der Kurzscheibenegge beträgt 6,0 m und wird in der aufgesattelten Variante gefahren.
Seit Juli 2017 testen wir eine schwere Scheibenegge vom Typ "Discolander XM-44" des Herstellers Kuhn. 44 Scheiben mit einem Durchmesser von 66 cm sorgen für eine intensive Einmischung der Erntereste auch unter erschwerten Bedingungen bzw. bei einem erhöhtem Anteil an Ernterückständen. Die Anstellwinkel der vorderen und hinteren Scheibenreihen sind hydraulisch verstellbar. Die Einstellung der Arbeitstiefe erfolgt hydraulisch über Nachlaufwalze und Unterlenker. Zur Rückverfestigung besitzt das Gerät eine nachlaufende T-Liner Walze mit einem von Durchmesser 60cm und (700 kg). Die Arbeitsbreite der Scheibenegge beträgt 5,0 m.
Das vierte Bodenbearbeitungsgerät im Unternehmen, die Messerwalze vom Typ "Dalbo Maxi Cut" wird zur ersten flachen Bodenbearbeitung, vorrangig nach Winterraps, eingesetzt. Da der Raps im Hochschnitt geerntet wird, werden die langen Stängel mit den 30 Messern je Walzensegment optimal auf ca 17 cm zerkleinert, bodennah abgelegt und zugleich eine flache Bodenschicht mit aufgebrochen. Hohe Arbeitsgeschwindigkeiten bei einer Arbeitsbreite von 6,0 m ermöglichen hohe Hektarleistungen. Die Messerwalze ist eine schlagkräftige und einfache Alternative zum Mulcher und kann zudem auch zum zerkleinern von Zwischenfruchtbeständen genutztwerden. Die Walzen können nach Bedarf mit Wasser (je Walze 600 Liter) gefüllt werden.
Kein direktes Bodenbearbeitungsgerät, sondern zum anwalzen der Saaten wird die Hydraulikwalze vom Typ "Tigges Bison" eingesetzt. Drei pendelnd gelagerte Walzensegmente mit Ringen im Durchmesser von 65 cm und einer Arbeitsbreite von 9,20 m ermöglichen eine hervorragende Arbeitsleistung. Neben dem anwalzen der Saat zerkleinert die Walze zudem störende Kluten und drückt Steine zuverlässig in den oberen Bodenhorizont ein.
Zur machanischen Unkrautregulierung setzen wir seit dem Jahr 2018 einen Hackstriegel der Firma Einböck ein. Die Arbeitsbreite des "Aerostar Exact 1200" beträgt 12,00 m und ermöglicht unter günstigen Bedingungen und bei Verwendung eines Parallelfahrsystems beachtliche Hektarleistungen. Der Striegel kommt zum überwiegenden Teil in den Ackerbohnen zum Einsatz. Aber auch in Winterweizen sowie Sommerhafer findet das Gerät Anwendung.
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