Aussaattechnik seit 2015

8330 Espro 2017Zur Etablierung gleichmäßiger und kräftiger Bestände ist eine geeignete Aussaattechnik ein entscheidender Baustein im Maschinenpark eines jeden landwirtschaftlichen Unternehmens. Eine Vielfalt an Technologien und Geräten ist derzeit am Markt verfügbar. Entscheidend für die Wahl der jeweiligen Technik sind Einsatzrichtung, Flexibilität, Bedienfreundlichkeit, Verarbeitung sowie der Service. Entscheidendes Merkmal ist, dass auch unter ungünstigen Bedingungen die Schlagkraft dieser Schlüsselmaschine erhalten bleibt.

 

Im Juli 2015 wurde unserem Unternehmen die Möglichkeit geboten, die brandneue pneumatische Drillmaschine vom Typ "Kuhn ESPRO 6000" zur Herbstausaat einzusetzen. Kuhn ESPRO 6000R bei der Zwischenfruchtausaat (Direkte Einsaat) 2015Bereits zur Zwischenfruchtaussaat konnten wir erste Erfahrungen mit diesem Gerät sammeln. Für die bei uns vorherrschenden Einsatzbedingungen bot die ESPRO viele Vorteile, die beim praktischen Einsatz zu Tragen kommen sollten. Die kompakte Bauweise in Verbindung mit der Anordnung der Vorwerkzeuge (zwei Scheibenreihen), den Reifenpackern und der Säschiene konnte überzeugen. Es erwies sich als günstig, dieses Gerät zur Zwischenfruchtaussaat vorab ausgiebig testen zu können. Es wurden in diesem Zusammenhang noch einige Anpassungen am Gerät vorgenommen um die Rapsaussaat problemlos bewerkstelligen zu können. Dies erfolgte mit Technikern der Firma Rauch und Kuhn. Die Aussaat der Zwischenfrüchte erfolgte zum Teil in die unbearbeitete Gersten- und Weizenstoppel mit Strohauflage und auf Weizenfläche mit Strohauflage und vorherigem Grubbereinsatz. Die Aussaatbedingungen waren von einer für uns ungewöhnlichen Trockenperiode geprägt. In beiden Varianten gelang es, trotz trockenen Bedingungen, relativ gut entwickelte Zwischenfruchtbestände etablieren zu können.

Die ESPRO 6000R kam schließlich auch zur Raps- und Wintergetreidaussaat zum Einsatz. Kuhn ESPRO 6000R bei der Winterrapsaussaat 2015Vorab wurden Spurbreite, Spurweite sowie Halbseitenabschaltung noch angepasst. Maschineneinstellung und Abdrehvorgang erwiesen sich als einfach und schnell umsetzbar. Die Vorgewendesteuerung in Verbindung mit dem Bedienjoystick vereinfachen die Wendemanöver durch sequentielles Ausheben und Einsetzen der Arbeitswerkzeuge und bieten einen hohen Bedienkomfort für den Fahrer. Vor dem Hintergrund, dass der Fahrer eine komplett andere Drillmaschine zu bedienen hatte, kam es zu keinen Komplikationen bei der praktischen Anwendung. Das Bedienkonzept basiert zu großen Teilen auf dem ISOBUS Standard und ist meist selbsterklärend. Allerdings wurden die Techniker darauf hingeweisen, dass noch Anpassungen in der Software notwendig sind, um die Arbeit mit der Maschine noch zu verbessern.

Auch unter ungünstigen Bedingungen überzeugte die ESPRO 6000R mit guten Ergebnissen. In verschiedenen Szenarien wurde die erweiterte Praxistauglichkeit der Drillmaschine ausgiebig getestet. Einmalige Stoppelbearbeitung mit darauf folgender Aussaat brachte beispielsweise gute Ergebnisse bei der Etablierung von Raps- und Winterweizenbeständen. Die gleichmäßige Tiefenablage des Saatgutes konnte überzeugen und stellt für uns als Anwedner ein entscheidendes Kriterium dar. Hervorzuheben sind unter anderem die hervorragende Beschaffenheit des Saathorizontes sowie die Leichtzügigkeit des Gerätes.

Alles in Allem betrachtet bietet die ESPRO 6000R fast alles was man heutzutage von einer modernen pneumatischen Drillmaschine erwarten kann. Im Praxiseinsatz konnte sie sich bewähren und stellt einen Fortschritt und Verbesserung zu unserer bisher eingesetzten Aussaattechnik dar. Abschließend noch einige Bilder der Bestände, welche mit der Kuhn ESPRO 6000R ausgesät worden sind.

Wintergerstenbestand Oktober 2015 (mit Kuhn Espro 6000R gedrillt)Winterweizenbestand Oktober 2015 (mit Kuhn Espro 6000R gedrillt)Zwischenfruchtbestand Oktober 2015 (mit Kuhn Espro 6000R gedrillt)

 

Aussaattechnik von 2006 bis 2015

 

Aussaat Lemken Solitair 9 In unserem Unternehmen fand seit dem Jahr 2006 eine pneumatische Drillmaschine der Firma Lemken Anwendung. Die Doppelscheibenschar Drilltechnik Lemken "Solitair 9 KA" in Verbindung mit gekoppeltem Bodenbarbeitungsgerät "Heliodor" war zum damaligen Zeitpunkt eine optimal auf unsere Bedingungen abgestimmte Aussaattechnik. Eine Vielzahl an Einsatzbereichen bzw. Bestellvarianten können mit diesem Gerät abgedeckt werden. Grenzen sind jedoch bei der direkten Einsaat (z.B. Zwischenfrüchte) in Getreidestoppel gesetzt. Hier ist zur Etablierung gleichmäßiger Bestände eine vorherige Bodenbearbeitung zu empfehlen.

Die Aussaatmengen sind von 1,5 bis 300 kg/ha über die 6 Zellräder und je vier Teilbreiten variabel einstellbar. Die Überwachungsfunktion und Steuerung der elektrisch angetriebenen Säwelle übernimmt die Solitronic- Steuerrechner der im Schlepper montiert ist.  Die Beschickung das Saatguttanks mit BigBags erfolgt mittels Teleskoplader.

Anbei ein Video welches die Aussaat der Wintergerste im Jahr 2013 zeigt. (Herzlichen Dank an Mr. Leubsy)